Giftköder – ein hässliches Dauerthema …

Giftköder – ein hässliches Dauerthema …

oder wie man die Angst im Nacken bekämpfen kann…

Ein Aufschrei geht durch die sozialen Medien. Schon wieder gibt es einen Giftköder-Alarm. Die Reaktionen darauf sind drastisch. Drohungen werden ausgesprochen. Am liebsten würde man diesen Dreckskerl erwischen und dann, ja, dann gnade ihm Gott.

Eine Möglichkeit, mit diesem Thema umzugehen, ist, sich darüber aufzuregen. Ich kann das verstehen. Und wer schon einmal erleben musste, dass sein Hund einen Giftköder erwischt hat – die Angst, die Sorgen, die Besuche beim Tierarzt … – hat auch einen Grund dafür, sich aufzuregen. Erst recht, wenn es ein Hund nicht geschafft hat und deswegen gestorben ist.

Giftköder – ein hässliches Dauerthema …

Gefährliche Giftköder!

Giftköder gefährden nicht nur unsere Hunde, Katzen oder Wildtiere. Auch Kinder laufen Gefahr, so einen Köder in die Finger und, man mag es sich gar nicht vorstellen, in den Mund zu bekommen. Doch Menschen, die andere Lebewesen gefährden wird es immer geben. Das haben die letzten Jahrzehnte bewiesen. Ob nun Lebensmittel in Supermärkten vergiftet werden oder sonstige unrühmliche Ereignisse, oder ob heutzutage jemand Giftköder auslegt. Was auch immer in solchen Menschen vorgeht, gesund sind sie nicht. Wenn der Hass auf andere Lebewesen, ob nun Tiere oder Menschen, so überhandnimmt, dass man ihnen bis zum Tode schaden möchte, kann das nicht gesund sein.

Rege ich mich nicht auf? Habe ich keine Angst? Doch, natürlich. Mein Weg ist allerdings ein anderer. Wir können nichts gegen solche Menschen tun. Aber wir können mit einem gezielten Training dazu beitragen, dass sich die Chance erhöht, dass unser Hund sicher keinen Giftköder aufnimmt. Und auch sonst nichts Unaussprechliches, das so auf den Wegen, in den Wiesen und Wäldern herumdümpelt und das Hunde gerne zu sich nehmen.

Giftköder – ein hässliches Dauerthema …

Was passiert, wenn mein Hund etwas findet?

Was passiert, wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe und er sieht, riecht etwas, das am Boden liegt? Meistens läuft es so ab, dass mein Hund, sobald ich mich nähere, versucht, das Gefundene schnellstmöglich zu schlucken oder läuft gar vor mir davon. Und ich als Mensch habe keine Handhabe mehr, denn ich habe unter Umständen nicht gesehen, was mein Hund da aufgenommen hat.

Ein anderes mögliches Szenario ist, dass ich zwar sehe, dass mein Hund etwas vom Boden aufnimmt, ich auch hingehen kann, doch er will es auf keinen Fall wieder hergeben.

Die nächste Variante der Geschichte wäre, dass ich gar nichts mitbekomme. Mein Hund stöbert im Gebüsch, läuft eventuell hinter mir. Und dann? Handelt es sich um ein altes Brötchen oder den Igitt-Fall „fremde hundliche Ausscheidungen“ oder ein verlorenes Würstchen, ist das alles nicht weiter schlimm. Schlimm wird es erst beim Giftköder.

Dass mein Hund versucht, so schnell wie möglich zu schlucken oder gar vor mir davonläuft hat ja auch schon eine Vorgeschichte. Wahrscheinlich bin ich in vorangegangenen Situationen immer schnell zu ihm hingelaufen und habe ihm den gefundenen Schatz aus dem Maul genommen. Und unser Hund versteht so gar nicht, warum wir Anspruch auf diesen Schatz erheben und ihm diesen verwehren. Also, denn Hunde sind ja schlau, sorgt er das nächste Mal dafür, dass wir ihn nicht mehr erreichen, diesen für ihn so wertvollen Fund.

Giftköder – ein hässliches Dauerthema …

Die Lösung:

Es gibt einige Trainingsschritte, die mir helfen, dass mein Hund nichts mehr vom Boden aufnimmt. Dabei handelt es sich um ein Training, das einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Es will so fest im Alltag verankert sein, dass es sowohl uns als Menschen als auch unseren Hunden in Fleisch und Blut übergeht.

Einmal kann ich mit meinem Hund meine Annäherung an sein „gefundenes Fressen“ trainieren. Und zwar mit dem Ziel, dass er es als angenehm empfindet, dass sich sein Mensch ihm nähert. Zum anderen kann ich das Ausgeben von Dingen trainieren usw. Bis hin zum Anzeigen von Gefundenem, egal, um was es sich handelt. Ein ordentliches Antigiftköder-Training beinhaltet noch einige Werkzeuge mehr, die ich als Mensch mit meinem Hund trainieren kann.

Alles, was ich dazu benötige, ist ein ordentlicher Trainingsplan. Am besten besuche ich einen entsprechenden Kurs zur Giftköder-Prävention und setze alle Trainingsschritte im Alltag bei unseren Spazierengängen ein. Bis ich mir sicher sein kann, dass mein Hund nichts mehr ungefragt aufnimmt.

Giftköder – ein hässliches Dauerthema …

Das Training funktioniert!

Und es funktioniert. Erst gestern hat uns auf dem Spaziergang am Morgen ein rohes, mit Erde paniertes Hühnerbeinchen überrascht…, also mich, mein Hund hatte den Duft schon länger in der Nase. Und doch hat er es liegen gelassen und ließ sich dazu überreden, mit mir weiterzugehen. Auf dem Rückweg, als wir das einsame Hühnerbeinchen wieder passieren mussten, habe ich es eingetütet, mitgenommen und daheim in der Mülltonne entsorgt. Paolo war schon der Ansicht, dass dieses leckere Teilchen eigentlich gegessen werden möchte. Aber ich konnte es ohne Probleme einpacken und mitnehmen. Selbstverständlich lief mein Hund den gesamten Rückweg zum Auto neben mir und warf immer wieder begehrliche Blicke auf die Tüte in meiner Hand. Schließlich ist er ja auch nur ein Hund und arme, kleine Hühnerbeine müssen vor dem Regen gerettet werden. Ja, selbst ich konnte mir den Gedanken nicht verkneifen, ob das mit Erde panierte Ding nicht verdient hätte, im Backrohr zu landen. Vergiftet war es augenscheinlich nicht. Doch wer weiß das schon so genau. Also habe ich es lieber der Mülltonne überantwortet.

Auch ich werde in Kürze einen solchen Kurs anbieten. Wer Interesse daran hat, kann sich gerne bei mir melden. Zum Kurs geht es hier…

Titelbild © by Michael Kaun von Partnerhund-Photo | Restliche Fotos im Text sind von mir

Giftköder – ein hässliches Dauerthema …

4 thoughts on “Giftköder – ein hässliches Dauerthema …”

  1. Hallo, wann und wo finden denn solche Kurse statt ? In Augsburg hoffen wir doch auch.
    MfG. Familie Schoppe

    1. Liebe Frau Schoppe,
      ich befinde mich gerade in der Planung des Kurses. Ich würde gerne Mitte Mai starten, wenn genug Anmeldungen da sind. Wahrscheinlicher Termin wäre dann Sonntag Vormittag um 10:00 Uhr, insgesamt habe ich 6 Termine dafür angesetzt. Wenn sich genügend TeilnehmerInnen für Augsburg finden, dann komme ich gerne auch nach Augsburg, um den Kurs abzuhalten. Ansonsten ist Fürstenfeldbruck ja nicht so sehr weit weg. Vielleicht wäre es Ihnen auch möglich, hierher zu kommen? Ich würde mich auf jeden Fall darüber freuen.
      LG, Antonietta

  2. Hallo,
    Du hast recht, man kann mit der Schimpftirade weitermachen oder einfach selbst aktiv werden.
    Mit einem Einzelhund mag das Training funktionieren, wobei ich glaube, dass ein besonders verfressenes Exemplar das „gute“ Fresschen eher nicht liegenlässt, wenn er sich unbeobachtet glaubt. Wenn der Hund also ohne Leine 10 Meter vom Zweibeiner entfernt im Gebüsch rumstöbert.
    Ganz kompliziert wird es Hundeduos- oder trios. Wir haben beispielsweise drei Hunde, eine davon ist überhaupt nicht verfressen, da könnte nen Steak rumliegen, wäre ihr egal. Zwei aber sind extrem verfressen und da kommt noch das Rudelverhalten hinzu.
    Jede für sich ist ein Traumhund und würde tatsächlich (vielleicht) das Fresschen im Wald liegen lassen, denn das haben wir trainiert. Doch das Rudelverhalten setzt gewisse Verhaltensmuster in Gang, die unsere Erziehung außer Kraft setzen, der Instinkt setzt sich durch.
    Dennoch finde ich es toll, dass du dir hierzu Gedanken machst und diese in Form eines Kurses veröffentlichst. denn leider gehen immer noch sehr viele Hundebsitzer unbedarft mit dem Thema um.

    LG
    Martina

    1. Hallo Martina, vielen lieben Dank für deine Rückmeldung!
      Ja, du hast sicherlich recht damit, dass es mit mehreren Hunden unterwegs schwieriger werden kann. Doch ich denke schon, dass einzeln mit jedem Hund trainieren und das dann ausweiten auf die Hundegruppe Erfolg bringen kann. Bis das soweit ist, dauert es dann natürlich noch länger als das Training mit einem einzelnen Hund. Selbstverständlich ist die Dynamik in der Hundegruppe da hinderlich. Aber einen Versuche wäre es doch sicher wert.
      Ich hoffe, dass der Kurs zustande kommt und dann ein paar mehr Menschen wissen, wie sie mit ihrem Hund trainieren können, dass eben nichts mehr passiert.
      LG Antonietta

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