Unser Mantrail-Wochenende in Lana, Südtirol – ein Erfahrungsbericht

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, Südtirol

Zum ersten Mal waren wir letztes Jahr Mitte Oktober zum Mantrail-Wochenende in Lana, Südtirol. Damals hatten wir gerade erst mit Mantrailing begonnen und Paolo lief noch keine richtigen Trails. Bei Futterkreisen, Puppyruns und Motivationstrails konnte er seine ersten Erfahrungen im Mantrailing machen.

Seitdem gehen wir regelmäßig einmal in der Woche zum Mantrailing. Wenn ich zurückblicke, dann sehe ich einen Hund, der unsicher, wie er war, sich zu niemandem hingehen traute, den er nicht kannte. Heute schnuppert er zumindest schon einmal mutig in die Richtung fremder Menschen.

Ich erinnere mich gut daran, als er das erste Mal eine „unbekannte“ Versteckperson suchen durfte. Das war letztes Jahr im November. Er kannte diese Person schon vom „sehen“ bzw. „riechen“. Trotzdem war es ihm kaum möglich, unbefangen hinzugehen und sich seine Belohnung abzuholen, als er sie gefunden hatte. Lang machte er sich, sehr lang. Allein das Wissen um die Belohnung hat ihm geholfen, sich doch Stück für Stück zu nähern. Da er jedoch immer noch zögerte, die Belohnung aus der Dose in ihrer Hand zu nehmen, legte Claudia diese offen auf den Boden. Der zweite Trail an diesem Tag brachte dann den Erfolg – ohne ein einziges Zögern stürzte er sich auf die Dose in ihrer Hand. Eine erste Hürde war überwunden.

Allein hier hat sich schon sehr viel geändert. Doch wir sind ein kleines Trüppchen und mittlerweile kennt er jeden. So war ich neugierig, wie er sich in Südtirol verhalten würde. Denn hier waren nur „fremde“ Versteckpersonen dabei. Und siehe da, die Belohnung direkt aus deren Händen war überhaupt kein Problem mehr!

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, SüdtirolUnsere Trainerin

Hier möchte ich euch Birgit Götz von dog handler vorstellen, unsere Mantrail-Trainerin.

Sie hat ihre Ausbildung mit Ausbildungsrichtung Tierpsychologie Hund und ihre Ausbildung zur Hundetrainerin bei der Akademie für Tiernaturheilkunde AG (ATN AG) in der Schweiz gemacht.

Um als Hundetrainer/in arbeiten zu „dürfen“, muss heute jeder einen Sachkundenachweis in einer theoretischen und praktischen Prüfung beim zuständigen Veterinäramt ablegen – Birgit hat folglich hier beim Veterinäramt Fürstenfeldbruck ihren Sachkundenachweis abgelegt und die Erlaubnis „gemäß § 11 Tierschutzgesetz (311 Abs.1 Satz1 Nr.8(f) TierSchG), Hunde gewerbsmäßig für Dritte auszubilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anzuleiten“ erhalten.

Aktuell befindet sie sich zusätzlich in der Ausbildung zum Psychologischen Berater/Personal Coach an der Euro-FH, nimmt außerdem fortlaufend an Seminaren, Fortbildungen, Verbandstagungen und Forschungsprojekten namhafter Kynologen teil.

Als geprüftes Mitglied im IBH e.V. (internationaler Berufsverband der Hundetrainer) ist sie dort auch Mitglied im Ausbildungsrat, anerkannte Referentin und Prüferin im IBH-Hundeführerschein.

Ebenso kann man Birgit auf der TSD (Trainieren statt Dominieren) – Trainerliste finden.

Von 2007 bis 2008 fand ihre private Vorbereitung auf die Rettungshundearbeit in einer privaten Ausbildungsstätte (Fläche Freiverweis) statt. 2008 trat sie in die Johanniter Rettungshundestaffel München ein (Umstellung des Hundes auf Fläche/Verbeller) und war als Einsatzhelferin tätig. Nach einem Unfall ihres Hunde (doppelter Kreuzbandriss) schied sie aus dem Dienst aus.

Weiter ging es in einer privaten Hundeschule mit Fläche und ersten Mantrailversuchen, Mantrail mit Allingas Moonraker „Mexx“ und Weiterbildungen auf verschiedenen Seminaren zum Thema Mantrailing mit unterschiedlichen Ausbildungsmethoden, Referenten und „Wissenschaften“.

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, SüdtirolDie Teams am Start

Mit dabei sind jetzt, Ende Oktober, Bettina und Reiner mit ihrer Hakima, einer kleinen Shiba-Inu-Dame. Für Hakima und ihre Menschen sind es die ersten Schnupperversuche im Mantrailing. Immer wieder interessant zu beobachten, wie ein Hund nach und nach beginnt zu begreifen und zu reagieren. Jeden Tag ein wenig besser!

Monika und ihre Elli, Bordercollie-Hündin, haben längere Zeit pausiert, andere Dinge standen im Vordergrund. Doch Elli, ein richtiger Mantrail-Profi, hatte überhaupt keine Probleme, wieder ins Trailen einzusteigen. Gelernt ist gelernt! Sie läuft ihre Trails absolut spitzenmäßig.

Moni und Emmi (unser Lieblingsschäferhund – Monis natürlich auch!) waren auch letztes Jahr mit dabei und sind in unserer regelmäßigen Mantrail-Gruppe. Auch Emmi ist mittlerweile ein richtiger Profi! Ihrer Schnüffelnase entgeht nichts!

Und dann, zu guter Letzt, Paolo, Helmut und ich. Wir sind noch in Ausbildung. Die Fortschritte, die Paolo im Laufe des Jahres gemacht hat (ich auch ein bisschen…), sind grandios!

Die einheimischen Teams, Lisa mit Leyla und Heinz mit Fire, gesellen sich am Sonntag mit dazu.

Das Wetter macht uns das Ganze natürlich auch noch absolut schmackhaft, denn die Sonne strahlt und strahlt und der Herbst zeigt sich von seiner schönsten und besten Seite!

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, SüdtirolUnser erstes Trailgebiet am Fuß des Kirchleins St. Hippolyt

Am Samstag, 28. Oktober 2017 treffen wir uns am Parkplatz und fahren gemeinsam zu unserem ersten Trailgebiet. Es geht Richtung Völlan und dann weiter zum Parkplatz am Beginn des Besinnungswegs zu dem kleinen Kirchlein St. Hippolyt. Dieses Kirchlein befindet sich auf einem ca. 760 m hohen Basalthügel in einem Gebiet mit viel Wald und einigen schönen Wanderwegen rundherum.

Für Hakima beginnen wir mit einem Futterkreis und ersten Puppyruns (erste kurze Trails). Anfangs weiß sie noch nicht so genau, was wir eigentlich von ihr wollen. Doch sie lernt schnell und kommt freudig zu jedem von uns gelaufen, um sich ihr Leckerchen abzuholen. Später, im zweiten Durchgang, läuft jeder, der Hakima zu sich lockt, gleich ein paar Schritte aus dem Kreis heraus und animiert die Shiba-Dame, hinterherzulaufen. Damit ist Hakimas erster Job in Sachen Mantrailing vorerst beendet. Natürlich darf sie am Nachmittag wieder mitmachen! Aber erst einmal soll sie ihre neuen Eindrücke verarbeiten können.

Dann werden die ersten Trails gelegt und Birgit nimmt gleich zwei Versteckpersonen mit. Eine für Elli und eine für Paolo.

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, SüdtirolPaolo trailt am Berg

Paolo läuft seinen ersten Trail. Gleich zu Beginn begegnen uns Menschen. Für ihn immer schwierig. So setzen wir ihn erst an, als diese wieder weg sind. Und dann geht es rein in den Wald. Paolo weiß genau, wo er hinmuss. Ich verlasse mich auf meinen Hund, der mir exakt anzeigt, wo der Trail entlangläuft. Denn ich kenne die Strecke nicht. Muss also genau auf meinen Hund achten. Glücklicherweise klappt das immer besser – bei mir. Paolo weiß schließlich was er macht.

Für mich gibt es auf den beiden Trails in diesem Gebiet allerdings ein paar „Stolpersteine“. Wege, bei denen ich mit meiner Höhenangst kämpfe. Aber wir schaffen es trotzdem. Bergziege Paolo hat damit ja nun so gar keine Probleme. Und ich, ich muss da einfach durch, denn auf dem Berg übernachten ist ganz und gar keine Option. Und Paolo – er ist einfach nur toll! Beide Trails läuft er traumhaft gut! Und die Versteckpersonen sind gerettet!

http://www.obertalmuehle.com/PAUSE!

Mittags machen wir Pause. Wir beschließen, mit den Hunden zur Obertalmühle zu wandern. Unser Weg dorthin führt an einem verwunschenen Weiher inmitten des alten Waldes vorbei. Ein Biotop mitten am Berg. Unterwegs treffen wir dann noch auf ein Eselchen, das aufmerksam über sein kleines Reich wacht. Bergauf und bergab gelangen wir dann endlich zur Obertalmühle und lassen uns dort Cappuccino und Kuchen schmecken. Sehr empfehlenswert im Übrigen!

Dann machen wir uns auf den Weg zurück nach Lana, um dort vom Parkplatz am Fluss (die Falschauer) ins Stadtgebiet zu trailen.

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, SüdtirolUnser zweites Trailgebiet – Lana Stadt

Ich verstecke mich für Emmi. Ein Café soll es sein (sehr praktisch, da gibt es endlich eine Toilette…). Die erste mögliche Anlaufstelle hat leider geschlossen. Also legen wir den Trail weiter und weiter…. Puh, das wird ein langer Trail für unsere Lieblingsschäferhündin!

Im Café angekommen genieße ich die Sonnenstrahlen auf der Terrasse des Cafés und warte auf meine Rettung, die in Gestalt von Emmi kommen wird. Langweilig ist mir nicht, zwei Spatzen warten auf die Krümel vom Nachbartisch und die beobachte ich, wie sie munter herumhüpfen.

Emmi ist jedoch schneller da, als gedacht! Mein Wasser hab ich noch nicht austrinken können. Doch das macht nichts. Bettina übernimmt meinen Posten im Café, um auf Elli und Monika zu warten, die als nächstes Team laufen werden.

Auch am Parkplatz gibt es noch ein paar Puppyruns für Hakima und ihre Menschen. Und dann darf Paolo den dritten Trail des Tages laufen. Moni versteckt sich für ihn. Birgit sucht dafür eine etwas abgelegenere Strecke aus. Stadt und viele Menschen stressen Paolo zu sehr. Doch auch hier haben wir so die eine oder andere Begegnung und müssen kurz unterbrechen. Manchmal kann Paolo die Umwelt ganz gut ausblenden. Immer klappt das aber noch nicht. Trotzdem schafft er es mit kurzen Pausen dazwischen und findet Moni in ihrem Versteck!

Für heute reicht es Hunden und Menschen. Wir fahren zurück zu Apartment bzw. Pension und treffen uns erst wieder am Abend zum Essen in der Pizzeria Arquin.

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, SüdtirolUnser drittes Trailgebiet – Industriegebiet in Lana

Es ist Sonntag, der 29. Oktober 2017. Im Industriegebiet in Lana herrscht Ruhe. Gut für uns und auch für Paolo.

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, SüdtirolHier treffen wir auch Lisa mit Leyla und Heinz mit Fire. Die beiden kennen wir schon vom letzten Jahr. Lisa hat selbst eine Hundeschule in Lana. Und Fire… ja, der ist sowieso einzigartig!

Unsere erste Übungseinheit beschäftigt uns Menschen – Leinenhandling ist angesagt. Wie halten wir die Leine, wie rollen wir auf bzw. ab und so weiter. Jeder Mensch nimmt sich einen Menschenpartner und dann heißt es Leine dran und üben! Schon lustig irgendwie, denn so ein Mensch bewegt sich ja nun mal anders wie ein Hund. Aber… wir haben es geschafft! Letztendlich geht es ja auch nur darum, ein Gefühl dafür zu bekommen und es am Hund gut anwenden zu können.

Dann werden die ersten Trails gelegt und die ersten Suchen beginnen.

Paolo ist wieder dran. Seine Versteckperson, Reiner, (ein fremder Mann!!!!, den er zwar jetzt schon zwei Tage lange gesehen und erschnüffelt hat, aber immerhin!) wartet in der Garage auf uns. Nicht ganz so leicht. Verschiedenste Untergründe, von der geriffelten Auffahrt bis zum glatten Boden in der Garage, muss er bewältigen. Und dann, die Garage ist ja offen, Wind weht hindurch, Geräusche und Stimmen von unten sind zu hören… Paolo kreiselt, mal zu der Öffnung hin, mal wieder zur Auffahrt. Runter? Rauf? Doch da entschließt er, es müsse doch noch weiter nach oben gehen! Und dort wartet dann auch Reiner auf ihn. Auch hier erstaunt mich mein Hund – wieder einmal! Ohne ein einziges Zögern nimmt er seine Belohnung aus Reiners Hand. Klasse gemacht! Versteckperson gerettet!

Wir setzen um und begeben uns wieder zum Parkplatz an der Falschauer (Valsura, it.).

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, SüdtirolUnser viertes Trailgebiet – Lana Fußgängerzone

Trailen in die Fußgängerzone ist angesagt. Zu dritt begeben wir uns als Versteckpersonen in ein nettes Café und warten bei heißer Schokolade und Cappuccino auf die Trailteams, die uns suchen werden. Einer nach dem anderen wird gefunden und zurückgebracht.

Paolos zweiter Trail an diesem Tag geht allerdings nicht in die Fußgängerzone. Wir entscheiden uns für die selbe Trailstrecke vom Vortag. Schauen, wie er es diesmal schafft. Es sind glücklicherweise weniger Menschen unterwegs in diesem Gebiet als am Vortag. Doch das Café ist offen und Paolo möchte gerne dort rein. Drei Eingänge hat der Gastgarten und alle drei steuert er an. Wir amüsieren uns köstlich darüber. Doch die Versteckperson (sein Herrli) wartet woanders. Der nämlich sitzt zusammen mit Reiner im Sandkasten ein paar Meter weiter. Mit philosophischen Gesprächen überbrücken die Herren die Wartezeit. Wir retten Paolos Herrchen und beschließen, dass es Zeit für die Mittagspause ist. Die verbringen wir in Kathi‘s Jausenstation – mitten in den Obstwiesen!

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, SüdtirolFünftes Trailgebiet – in den Obstwiesen

Ganz in der Nähe von Kathi’s Jausenstation befindet auch Lisas Hundeplatz, der ebenfalls inmitten der Obstwiesen liegt.

Für die anderen steht die Heimfahrt kurz bevor. Gassi ist angesagt und ein kurzer Trail noch für Paolo. Doch erst darf Hakima noch einmal ihr Näschen einsetzen und ein paar kurze Motivationstrails machen, bevor Bettina und Reiner mit der Kleinen ins Auto steigen und sich auf die Heimfahrt machen. Monika und Jo beschließen, noch eine Runde mit ihren Bordercollies Gassi zu gehen und dann ebenfalls die Heimreise anzutreten.

Paolo darf noch einen kurzen Trail laufen und Moni suchen, die sich zwischen den Apfelbäumen versteckt hat. Schnell hat er sie gefunden. Auch ihm reicht es für heute. So viele Eindrücke, mein Hund ist geschafft. Wir allerdings auch.

Als letztes treten Moni und Birgit mit Emmi die Heimreise an. Wir fahren zurück in unser Apartment, denn wir bleiben noch ein paar Tage. Meine Familie treffen und noch ein paar kleinere Ausflüge machen.

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, Südtirol

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, Südtirol

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, Südtirol

Ein sehr gelungenes Wochenende liegt hinter uns. Wir kommen wieder, wenn es nächstes Jahr wieder heißt: Mantrailing in Südtirol!

Unser Mantrail-Wochenende in Lana, Südtirol
Unser Mantrail-Wochenende in Lana, Südtirol

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