Umbruch

Und wieder einmal beginne ich von vorne.

Ein ganz neues Leben? Das wird sich zeigen. Doch diesmal gibt es kein Netz und keinen doppelten Boden. Falle ich ins Bodenlose? Auch das wird sich zeigen.

Was ist passiert?

Nach Kindern, Scheidung und 2. Ehe, Arbeit, erst Teilzeit, dann Vollzeit und ewigen Fahrten zum Arbeitsplatz und zurück, habe ich endgültig die Schnauze voll. Die Frage: was will ich eigentlich anfangen mit meinem Leben, mit vielleicht endlich einmal einem Beruf, der auch irgendwo Berufung sein und ich eventuell sogar meine eigene „Frau“ stehen kann?

Als im Frühjahr mein Kollege kündigt, denke, das hätte ich auch machen sollen. Doch noch bin ich nicht soweit. Die Gedankenspirale läuft unablässig rund und rund in meinem Kopf. Ob sie auch ein Ende finden wird, mit dem ich dann beginnen kann? Alles auf Neuanfang?

Und dann, der Urlaub in Italien. Wir sitzen auf dem Balkon im 6. Stock des Apartmenthauses mitten in einer italienischen Kleinstadt, 1500 km weit weg von zu Hause. Gegenüber, ein paar Stockwerke unter uns, hüpft ein kleiner Hund auf dem Balkon herum. Den beobachte ich schon eine ganze Weile. Und da… da keimt plötzlich eine Idee auf, die mich nicht mehr loslässt.

Zurück in Deutschland spinnen wir, mein Mann und ich, weiter an dieser Idee und beginnen uns zu informieren. Hundetraining. Kann man das machen? Auch ohne Hund? Was braucht man dafür? Gibt es da eine Ausbildung? Ja, die gibt es. Und so suchen wir nach der geeigneten Ausbildungsstätte. Eigentlich kommt nur diese EINE in Frage.

So besucht mein Mann den Infoabend des Schulungszentrums für Hundetrainer von Ziemer & Falke am Münchner Ausbildungsort alleine, denn dieser findet ausgerechnet an dem Abend statt, an dem meine Tochter und ich nach Berlin fahren. So kann ich leider nicht selbst teilnehmen.

Zurück zu Hause erzählt er mir begeistert davon. Und so ist die Entscheidung auch schnell gefallen. Wir wagen es. Wir machen diese Ausbildung und wir machen sie zusammen.

Und dann kündige ich meinen Job. Mit großer Freude wird meine Entscheidung nicht aufgenommen. Doch mein Entschluss steht fest. Ich wage diesen Sprung… ins kalte Wasser oder, wie mein Ex-Chef es auszudrücken wagte „den Sprung ohne Fallschirm aus dem Flugzeug“. Ich lasse mich davon nicht beirren und habe diese Entscheidung noch kein einziges Mal bereut. Auch wenn mich im Laufe der Monate die doch etwas unsichere Finanzlage nicht kalt lassen wird. Ich werde diesen Schritt gehen und schauen, was so alles auf mich zukommt.

Im Oktober beginnt die Ausbildung, die insgesamt 10 Monate dauert. Im Dezember kommt der erste eigene Hund dazu. Besser kann es doch nicht laufen, oder?